Quasipresseschau

Feb 21

Bahners: Die Ideologie von den Leistungsträgern soll das Zufällige bei der Verteilung von Lebenschancen ausblenden, das Lotteriehafte. Wer sich selbst für einen Leistungsträger hält, der will unbedingt Frau Kelek glauben, die sagt, Deutschland sei das gelobte Land, in dem jeder sein Schicksal selber in der Hand habe. Doch jeder weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Anmaßung in diesem Eigenlob der Erfolgreichen à la Sloterdijk steckt.

ZEIT: Und was hat das mit den Muslimen zu tun?

Bahners: Der Muslim ist in diesem Weltbild der Verlierer, mit dem sich der Sieger nicht verwechseln kann. Sarrazin liefert abgepackt, durchgezählt und medizinisch auf Erbkrankheiten durchgecheckt den konstitutionellen Versager als Sozialfigur frei Haus. Der Muslim sitzt zusammen mit einem grotesk verfetteten Unterschichtsangehörigen auf dem widerlichen Plastiksofa und guckt schreckliches Fernsehen.

Islamkritik: Lust an der Herabsetzung | Gesellschaft | ZEIT ONLINE